Holger Schirnhofer's private Blog


16. September 2010

Österreichs Streit über eine Abgabe auf Festplatten

Category: Denkanregung,IT,Politik – Holger Schirnhofer – 21:22

Quelle: http://futurezone.orf.at/stories/1661833/
ORF.at Headline:
Österreichische Verwertungsgesellschaften wollen ab 1. Oktober Urheberrechtsabgaben für Festplatten verlangen. Dadurch könnten PCs, Notebooks und Tablet-PCs für Endverbraucher teurer werden. Der Handel läuft dagegen Sturm. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) will eine Klage gegen die „Leerkassettenvergütung“ für Festplatten unterstützen.

Dabei kann es sich nur um eine gezielte Provokation handeln.

So zahlt jeder für seine Festplatte zwischen 12 und 36 Euro mehr – es könnten ja urheberrechtlich geschützte Inhalte gespeichert werden.

Wo bleibt dabei die Unschuldsvermutung?
Was ist mit dem Recht auf Privatkopie?
Was ist mit Rechnern die keine geschützten Inhalte speichern (Firmenrechner, Rechner die ausschließlich private Fotos, Videos, Dokumente,.. speichern?
Mit dem RAM Speicher, dem Soundkartenspeicher, dem Grafikkartenspeicher,..?
Der CPU??

Wenn im Gegenzug Tauschbörsen kostenlos bzw. legal werden ließe sich das verstehen. So kämen Urheber zu keinem Geld mehr.
Aktuell kostet das Medium selbst etwas, eine Gebühr wird aber auch schon auf Abspielgeräte eingehoben.

So wird die Unschuldsvermutung mit Füßen getreten, denn Konsumenten bezahlen bereits doppelt. Eine Abgabe beim Kauf, und eine weitere beim Kauf eines Abspielgeräts.

Gäbe es nicht den international boomenden Technikhandel. Firmen stellen EU weit, ja sogar Weltweit mit kleinen Transportkosten zu. Wer sucht sich da nicht den günstigsten Hersteller – weltweit? Auch mit offiziellen Einfuhrpapieren kann so jeder Artikel noch günstiger im Ausland eingekauft werden.

Die Medienindustrie hat durch die vielen „neuen Medien“ einfach keinen Bezug mehr zur Realität und versucht sich mit leisen und lauten Rufen ein Stück am Kuchen zu sichern. Dass Künstler dahinter nur einen Bruchteil der Einnahmen sehen ist eigentlich eine Schande.

Jetzt heist es warten auf das Urteil des Obersten Gerichtshofes, der sich wohl erst in einigen Jahren zu einer Entscheidung hinreißen kann. Bis dahin heists: zahls, mim Börserl.

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6. Juni 2010

Gegen Genmanipulation in der Nahrungskette (ein Sonntag mit Percy Schmeiser)

Category: Denkanregung,nice2know,Politik – Holger Schirnhofer – 23:59

Gen Manipulierte Pflanzen verbreiten sich und kommen zwangsläufig in die Nahrungskette – steht BIO vor dem eigentlichen Aus?

Ein Thema das leider wenig Aufmerksamkeit erfährt, Global jedoch akut ist möchte ich heute versuchen erneut zusammenzufassen.
Die Überschrift als Einleitung sagt eigentlich alles, daher muss hier kurz auf die verschiedenen Sichtweisen eingegangen werden. Es lohnt sich bis zu Ende zu lesen.

BIO Landwirtschaft.
Grundsatz aller verschiedenen Bio Spezifikationen ist die möglichst natürliche Haltung von Tieren, Zucht von Auserlesenem und nachhaltiger Umgang mit der Natur. Das schließt auch ein, dass Nahrung möglichst unbehandelt ist.

Rechtslage
Patente und deren Schutzrechte sind in ziemlich allen Ländern anerkannt und nachverfolgbare Angelegenheiten. Das eine Idee schützenswert ist mag sein, aber nicht immer kann bei der Vergabe eines Patents an die Konsequenzen gedacht werden. Zum Beispiel wenn diese so umfangreich sind wie bei genmanipulierten Pflanzen.

Genmanipulation
Genmerkmale aller möglichsten Dinge (Tierisch, Pflanzlich, Bakteriell) werden im Baukastensystem vermischt oder getauscht. Dadurch sollen Pflanzen gegen bestimmte Schädlinge resistent gemacht werden, der Ertrag erhöht.

Dünger und Pestizide in der Landwirtschaft
Bio verwendet ausschließlich natürlichen Dünger und arbeitet ihn in den Boden ein.
Konventionelle Betriebe setzen auf künstliche Düngemittel bzw. Pestizide gegen Schädlingsbefall.

Nachteile Genmanipulation:
Die Pollen bzw. Samen werden von Wind und Wetter, Insekten und dem Saatguttransport unkontrolliert verteilt. Somit wird auch in BIO-Feldern früher oder später Genmanipuliertes Saatgut zu finden sein. Diese Saat vergeht vermutlich nicht mehr, dazu fehlt es aber an Kritikfreudigen Versammlungen hochrangiger Politiker, Medizinern und Laboranten. Dass das Thema trotzdem Aufmerksamkeit wert ist, zeigen einzelne, aber brisante Fälle. Studien sind von der Landwirtschaft kaum finanzierbar, werden aber von Konzernen leicht finanziert. Kurz gesagt, für BIO existieren zwar hunderttausende Anhänger, aber keine weltweit organisierte Lobby.

Ich greife hier ein paar Themen auf:
# Gesundheitliche Schäden an Mensch und Tier (USA: Ministerium warnt schwangere und Kinder vor Nahrungsmitteln mit genmanipuliertem Anteil).
# Weder ein höherer Ertrag als bei verfügbaren Züchtungen wurde erzielt,
# noch wurden weniger Dünger bzw. Pestizide verbraucht.
Schätzungen nach wurde der Bedarf sogar um 1/3 je Ernte erhöht.
# Saatgut hat sich verteuert- bei Percy Schmeiser, Kanadischer Saatgutzüchter mit Tradition kostete Saatgut für einen Hektar 2 Kanadische Dollar. Bei Monsanto – einem GMO Konzern wurden 40 KAD Lizenzgebühren, und 10 KAD für das genmanipulierte Saatgut selbst verlangt. Allerdings als sie ihn verklagten weil auf seinem Feld ungewollt genmanipulierte Pflanzen des Nachbarfeldes wuchsen.

Hier kreuzt das Patentrecht die Natur
Die Verteilung von genmanipulierten Pflanzen ist nur in selbstständigen Öko Systemen (Labor) vermeidbar, denn mehrfach nachgewiesen verteilt sich die Saat unkontrolliert. Da kommt das Patentrecht mit den Eigentumsrechten an der Natur in die Quere, denn es sieht vor die Idee der Manipulation zu schützen. Wenn die Verbreitung aber von selbst geschieht, was soll also der geschädigte Landwirt tun?

Dazu ein wichtiges Fallbeispiel aus Kanada, Percy (79) und Wilma (78) Schmeiser und aus Kanada gerieten ungewollt in einen Zehnjährigen Krieg mit einem Konzern obwohl die Familie nie vorhatte, genmanipuliertes Saatgut anzupflanzen. Sie züchteten ja schließlich selbst die besten Pflanzen Kanadas- wie ich Percy zusammenfassen würde.

Als der Nachbar begann genmanipuliertes Soja anzubauen vertrugen sich die Pflanzen auch auf seine Felder. Ein natürlicher Vorgang. Der Eigentümer der Patentrechte, Monsanto / beheimatet in den USA klagte die Familie kurz darauf dreifach:
– Keine Zahlung der Lizenzrechte, und somit Nichtanerkennung des Patents
(noch mal hervorgehoben: die Schmeisers wollten das Saatgut nie)
– 1 Million KAD Schadensersatz
– Sicherstellung des Schmeiser-Eigentums gegenüber Monsanto für die anhängigen Verfahren
Die Familie wurde 10 Jahre lang verfolgt und Beobachtet, gehetzt und in Panik Gesetzt, der Anwalt der Schmeisers sah sich 18 Anwälten von Monsanto gegenüber. Letztlich befanden die Gerichte bis hin zum Kanadischen OGH, dass das Saatgut und somit das Patent schützenswert sei. Bezugnehmend auf die Verbreitung des Saatguts kann aber auch über keine Grauzone im Gesetz ein Urteil gefällt werden. Die Forderungen Monsantos sind daher nicht ohne weiteres durchsetzbar. Jeder trug seine eigenen Gerichtskosten, die beklagten Summen wurden nicht fällig. Den Schmeisers kostete das ungewollt eine halbe Million, Monsanto war es offiziellen Angaben nach gut 4 Millionen wert.
Als die Angelegenheit zur Ruhe kam und die Schmeisers sich auf eine andere Pflanze konzentriert hatten, wanderten wieder genmanipulierte Pflanzen auf ihre Felder. Percy forderte Monsanto auf, die Pflanzen aus seinem Saatgutfeld zu entfernen. Diese verweigerten, also lies Percy Freunde bei der händischen Entfernung helfen und bezahlte ihnen rund 600 Dollar. Diese wollte Monsanto ebenso nicht übernehmen, also klagte Percy mit eisernem Willen diesen kleinen Betrag ein. Vorallem aber um ein Richtungsweisendes Urteil zu erwirken. Ein Kanadisches Gericht befand das für bezahlenswert und Monsanto bezahlte plus einem Aufwandszuschlag von 20 Dollar. Das Urteil wird als Richtungsweisend angesehen, denn es bedeutet auch, dass Patente zwar Schützenswert sind, aber die Pflanzen vor der Verbreitung geschützt werden müssen.
In Kanada gibt es seit der Akte Schmeiser keine Neuzulassungen von genmanipulierten Pflanzen mehr.

Bei Genmanipulation in der Landwirtschaft prallt Profitgier weniger Konzerne auf mehrere unangenehme Umstände. Es kommt mit der Zeit unmessbar in die Nahrungskette und beeinflusst zwangsläufig auch den Verzehrer. Der Vollständigkeit halber erwähne ich hier auch die Zwangsimpfungen für Tierkrankheiten die bei uns niemals nachgewiesen wurden. Jüngstes Beispiel ist die Blauzungenkrankheit, für die nur Antikörper gefunden wurden. Also auch nur Vermutungen, und das teure Spiel mit der Natur.

Alles in Allem gibt es in Kanada keine Neuzulassungen von Gen Manipulierten Pflanzen mehr, die Ausbreitung von Soja, Mais und Baumwolle ließ sich nicht verhindern. Es gibt in Kanada keine dieser Produkte mehr genmanipulationsfrei.

An der in der EU definierten Toleranzgrenze von 0,9% ohne Kennzeichnung wird nicht gerüttelt, das beeindruckt einen BIO Anhänger aber nicht. Denn wir wollen Natur pur. Wir gehen das Risiko nicht ein, und möchten unsere Haus- und Nutztiere sowie Nahrungsmittel mit hoher Sorgfalt und Qualität gezüchtet und gepflegt wissen.

Statt der Genmanipulation sollte die Energie in die Beseitigung von Systemproblemen gelenkt werden. Es gibt nie zuwenig Landwirtschaft, die Verteilung und deren Größe macht aber den Mix. Zurück zur Regionalen Vermarktung, würde auch in China einen Teil des Systemproblems lösen. Auch in der europaweiten Milchkausa würde eine neustrukturierung helfen. Ausschließlich regionaler Verkauf, Großbetriebe liefern an Ballungszentren. Die ökologisch-positiven Auswirkungen wären enorm.

Für genmanipulierte Substanz ausschließlich in Laboratorien!
Für eine Kennzeichnungspflicht ab 0,0% Anteil einer Genmanipulierten Substanz!
Gegen einen Einsatz genmanipulierter Pflanzen auf unserem Kontinent (Eurasien, Afrika)!

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15. Mai 2010

kein freies WLAN? Stoppt die totale Machtübernahme des Internets!

Category: Denkanregung,IT – Holger Schirnhofer – 13:54

In Deutschland beschlossene Sache, in Österreich noch möglich:
Das öffnen seines WLAN Internet Zugangs für andere.
wlan
Einem deutschen BGH Urteil zur Folge, muss WLAN gesichert sein, ergo ist jeder Internet Zugriff auf den Eigentümer zurückzuführen. Genauer gesagt, hat der Anschluss Eigentümer die Endverantwortung über seine Datenzugriffe bzw. Computer im Internet. Öffentlich zugängliche WLAN Hotspots sind somit Geschichte.

Erschreckend in dem Zusammenhang, die Meldung seitens Google Street View sie hätten Daten über WLAN Netze gesammelt und dabei eine Datenpanne erlitten. Um welche Daten es genau geht lässt sich zwar bei Google nicht so schnell sagen, aber es geht um Standortbezogene Daten. Ausgelesen wurden mindestens MAC-Adressen und die Namen (SSID) der Netzwerke. Verwendet würden diese, um bei Google Maps eine Standortbestimmung für Geräte ohne GPS anbieten zu können.

Eigentlich egal, denn nun sind freie WLAN Netze Vergangenheit- zumindest in Deutschland. Österreich wird hoffentlich nicht nachziehen, da aber der Großteil des deutschen Rechtssystems geklaut ist, wirds wohl hier nicht anders laufen (Stichwort Vorratsdatenspeicherung).

Bytheway – Facebook bietet demnächst eine Sicherheitsfunktion an, nur bestimmte Geräte auf einen Benutzeraccount zugreifen zu lassen. Eine Aufnahmebestätigung für neue Geräte müsse per E-Mail oder SMS erfolgen. Die Funktion wird vorerst freiwillig angeboten und kann demnächst über die Accounteinstellungen aktiviert werden.

Dem Web 3.0 wieder einen großen Schritt näher..

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14. März 2010

Gemeinderatswahlen in Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg

Category: Politik – Holger Schirnhofer – 02:55

Heute ist Wahltag in Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg. Gewählt werden dabei die Gemeindevertreter welche sich je nach Ergebnis in den kommenden 5 Jahren um die Entscheidungen der Gemeinden kümmern.

Ich bitte jeden Wahlberechtigten innständig, von seinem Wahlrecht gebrauch zu machen um dem rechten Pack den Nährboden zu entziehen. In ganz Europa herrscht Rechtsruck, aber brauchen wir auf Gemeindeebene wirklich eine populistische und ausgrenzende Macht, oder wollen wir alle möglichst glücklich nebeneinander leben?

Ich spreche mich hiermit offen für liberale, links angesiedelte Parteien aus, und bitte jeden, mit seiner Stimme den Rechtsruck zu verhindern! Wenn euch keine Partei gefällt, wählt zumindest ungültig, um auf den Umstand hinzuweisen.

Ich wünsche allen einen frohen Wahlsonntag,
und meinen Spezis aus Laab im Walde viel Glück für ein spitzen Ergebnis! Break on through! ;)

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11. Dezember 2009

Steuerhinterzug macht sich nicht bezahlt..

Category: Allgemein – Holger Schirnhofer – 00:36

Und wieder ein Beispiel, dass Steuerhinterzug kaum geheim bleibt:
http://orf.at/091210-45670/index.html

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