Holger Schirnhofer's private Blog


23. Mai 2009

Online Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung in Österreich

Category: IT,Politik – Holger Schirnhofer – 15:12

Bisher haben sich unsere Politiker geziert, konkrete Angaben über die Reichweite der Online Durchsuchung oder der Vorratsdatenspeicherung  zu machen. Am Donnerstag haben sich Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und Innenministerin Maria Fekter zu mehr Details hinreißen lassen:

Es sollen „sehr schwerwiegende Delikte“ damit leichter aufgedeckt werden. Diese seien Terrorismus und auch Amokläufe.

Wenn ich mir die technischen Möglichkeiten überlege fällt mir zuerst nur ein Text-Scanner ein. Dieser reagiert auf bestimmte Wörter, die sicherlich auch ohne solchen kritischen Gedanken oder Handlungen in Gesprächen (zB Chat’s) vorkommen können. Daher bin ich gegen eine Online Durchsuchung und eine Vorratsdatenspeicherung.

Verständlich ist, dass die beiden die allgemeine Sicherheit vor den Datenschutz stellen. Die Frage ist nur, ob damit wirklich rechtzeitig reagiert werden kann. Und genau da halte ich die technischen Möglichkeiten für begrenzt.

Dazu müsste schon der komplette Lebensinhalt (direkte Gespräche, Telefonate, Internet Kommunikation, usw.) miteinander abgeglichen werden. Wenn das politische Interesse weiter in diese Richtung geht wird es aber in absehbarer Zeit soweit sein. Nein Danke!

Sinnvoller wäre wohl eine ordentliche Anpassung der Gesetze an die Realität, sowie eine umsichtige Verstärkung der Exekutive. Mit den derzeitigen Plänen wird das Problem nicht gelöst, sondern weiter verkompliziert. Ich bin schon neugierig auf weitere Details zur Online Durchsuchung und der Vorratsdatenspeicherung. ..

Siehe auch meinen Artikel „Netzsperren? Vorratsdatenspeicherung? Web 3.0?“

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28. April 2009

Netzsperren? Vorratsdatenspeicherung? Web 3.0?

Category: Denkanregung – Holger Schirnhofer – 23:27

In den Medien wird das Wort „Netzsperre“ derzeit als sehr heiße Kartoffel bezeichnet. Sehe ich auch als eine gute Schlagzeile. Zumal es nicht die einzige in diese Richtung ist. Es ist scheinbar soweit..

Web 3.0

Wollen wir „unser“ Netz (Anm.: Web 1.0 und Web 2.0) endgültig von Entscheidungsgewalten einschränken lassen und jede digitale Handlung genau nachvollziehbar schon ohne Verdachtsmoment aufgezeichnet wissen? Eine Regulierung des jahrelang gewucherten Internets ist erst möglich, wenn Begleitgesetze (Bürgerliches- Handels Gesetzbuch, etc) zu einem Internetgesetz entwickelt werden. Luft im Brot, Löcher im Käse. Aus einem Feldweg wird mit ein wenig Regulierung kein Highway. Hier sind verantwortungsvolle Regulierungen zu treffen, die sich ggf. auch demokratisch und kommuniziert dem Markt anpassen.

Die Exekutive muss ihre technischen Möglichkeiten der Wirtschaft anpassen, nicht die Wirtschaft an das System.

Das sogenannte „intelligente Web 3.0“ wird es jetzt nicht werden, aber Überwachung und vorsorgliche Filterung sind ein maßgeblicher Einschnitt in die von uns allen Entwickelte Welt.

Ich setze hiermit ein stilles Zeichen gegen
jede Einschränkung des freien Austausches,
unkommunizierte Netzsperren,
vorsorgliche Überwachung und
gegen Vorratsdatenspeicherung.

Entscheidungen zur Ausforschung personenbezogener Daten aus Internet und Mobilfunk müssen wieder Richtern/innen vorbehalten werden.

Für alle die sich informieren wollen – die Suchmaschine des Vertrauens findet’s ;)

Weiterführende Infos:

Wikipedia Web 1.0  (www)
Wikipedia Web 2.0
Artikel zu Netzsperre – WinFuture.de
Artikel zu Netzsperre / Urheberrecht – ORF

Software: TOR – Anonym im Internet dank Onion Routing
Wikipedia TOR

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